Die Orcas beißen wieder zu

Lange hat sich die U12 auf den Norddeutschen Wasserballpokal vorbereitet. Eine spannende und knappe Qualifikation musste überstanden werden. Und dann kam das Finale mit den fünf besten Mannschaften in Rostock.

Der Ausgang dieses Turniers war nicht sehr vorhersehbar, denn bei den vier Gegnern hat sich genauso viel getan, wie in den eigenen Reihen. Trotzdem kam den Orcas die Turnierdramaturgie zu Gute. Los ging es gegen die traditionell sehr starken White Sharks aus Hannover und bereits im ersten Viertel war klar, dass das Spiel nicht zu gewinnen ist. Deshalb wurden Kräfte und Nerven für das wichtige zweite Spiel geschont und deshalb fiel das Ergebnis mit 1:15 auch etwas höher aus. Verloren ist verloren. Abgehakt.


Im zweiten Spiel ging es gegen die Gastgeber aus Rostock, einem fleißigen Klub, der sich nicht qualifizieren musste. Dafür konnten die Orcas aber in einem Spiel gegen eine andere Mannschaft die Vorzüge der Rostocker beobachten und eine Taktik aufbauen. Die Trainer wendeten viel Zeit und Überzeugungskraft auf, bis auch der letzte Zwölfjährige verstanden haben sollte, wie der Wal zu schwimmen hat. Es war nämlich eine Doppeldeckung der starken Spielerin mit der Nr. 7 notwendig. Das viele Reden trug Früchte und mit viel lautstarker Unterstützung vom Beckenrand von Trainern und Schlachtenbummlern konnte das Spiel dank dieser disziplinierten Spielweise 12:3 gewonnen werden. In diesem Spiel haben die Jungs Wasserball spielen gelernt. Sie mussten zusammenarbeiten und sich gegenseitig unterstützen. Für viele Orcas war dies eine erstklassige Lehrstunde.

Am nächsten Morgen rechneten sich die Hildesheimer gegen die Orcas wohl Chancen aus. Die Mannschaft ist schnell und die Spieler flink, aber auch etwas physisch im Zupacken. Aber die Erfahrung vom Vorabend mit der Zusatzansage „Ihr dürfte jetzt wieder so spielen, wie Ihr es gewohnt seid“, also Pressdeckung, wirkte. Das Spiel wurde ungefährdet mit 10:2 gewonnen.


Dann freuten sich alle auf der kleine Finale um Platz 2 gegen Georgsmarienhütte. Erst bei der Qualifikation hatten sie unsere Orcas deutlich geschlagen. Viel zu langsam haben die Jungs reagiert und sich überschwimmen lassen. Der Torwart fehlte sehr. Aber diesmal stimmte alles. Und die Georgsmarienhüttener wähnten sich in Sicherheit. Es wurde ein erwartetes, hochspannendes Spiel. Jedes Tor war schwer erkämpft. Zur Halbzeit stand es 4:4. Dann Pech: Der schnellste Orca bekam seinen dritten Fehler und musste die Kappe abnehmen. Stolze fünf Minuten hielten die anderen Jungs dagegen, dann war das Spiel für die Kinder aus Südnorddeutschland entschieden. 4:10 verloren.

Von Frust aber keine Spur. Dieses Turnier hat unsere U12 maßgeblich weiter gebracht. Die Orcas sind nun amtlich die drittbeste Mannschaft des Nordens und haben sich für den Deutschen Pokal im Mai qualifiziert. Und die nächsten Bewährungsproben stehen schon vor der Tür.

Bilder von Sascha Bohn